
Susan Sontags Hinsichten und Ansichten zur Fotografie - Susan Sontag gehört als amerikanische Literatur- und Kulturkriterikerin bis heute zu den wichtigsten Apologeten der modernen Kunst. Im Land der Fotografie, wo auch die Lichtbildnerei immer als Kunst und soziales Engagement betrachtet worden ist, kommt mit diesen Aufsätzen und Gedanken auch von hier das entscheidende Gedankengut, was die Faszination und Bedeutung der Lichtbildnerei künstlerisch und technisch umfasst.Susan Sonntags Aufsätze dazu sind aber durchaus nicht neu, heute nicht mehr. Aber sie haben an ihrer Aktualität und Qualität nichts verloren. Vielleicht sind sie heute sogar noch wichtiger geworden in einer Zeit, in der die von Bildern umstandene Welt des Zivilisationsmenschen den Kontakt zur Wirklichkeit und Realität der einzelnen menschlichen Existenzen schon fast verloren hat.Ich kann daher dieses Buch nur allen empfehlen, die sich mit Fragen der Fotografie, der Bilderwelt überhaupt und ihrem ganzen Anspruch auf Kunst brennend interessieren. Sontags Buch ist für mich und damit nach Walter Benjamins Buch Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischer Reproduzierbarkeit das Werk zur Fotografie.Platon: Höhlengleichnis, Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit,Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur), 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen, 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen, 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend, 1 Stern = abzuraten.
Dieses ist das Bild der Welt, ... - Welch ein Buch! Ein Bericht hilft, etwas zu verstehen. Fotografien verfolgen uns. Ein Ereignis, von dem wir über Fotografien verfügen, wird durch die Fotografie realer als das der Fall wäre, wenn wir keine Fotografien gesehen hätten. Beispiel: der Vietnam Krieg, negatives Beispiel: der Archipel Gulag, von dem wir keine Fotografien besitzen. Auf diese Gedanken muss man erst einmal kommen. Wenn man den Einfluss der medialen Kultur verstehen will, sollte man Marshall McLuhan oder Neil Postman lesen. Aber für ein Verständnis des Einflusses der Fotografie ist Sontags Buch unentbehrlich. Das Buch ist eine brillante Analyse darüber, wie fotografische Bilder unser Verständnis der Welt beeinflussen und verändern, wie wir uns daran gewöhnt haben, in Bildern zu denken. Wenn man selbst fotografiert, lernt man verstehen, warum die Kamera zur gleichen Zeit identifiziert und isoliert. Das Buch erinnert an einen Satz von Edward Hopper, der einmal gesagt hat: Wenn ich es in Worten ausdrücken könnte, würde ich es nicht malen.
Fotografische Philosophie - Susan Sontag ist eine herausragende Autorin mit viel Gespür für Fotografie, was schon aus ihrem Beitrag zu Leibovitz Women bekannt ist. Susan Sontag hat in diesem Band scharfsinnige und kritische Analysen zum sozio-kulturellen Hintergrund der Fotografie vorgelegt. Das Buch beschäftigt sich mit der Frage, warum wir fotografieren, warum Fotografie ein Massenphänomen geworden ist, und was Fotografie eigentlich ist. Ich habe die Essays gerne gelesen, weil ich diese Hinterfragung meiner eigenen Arbeiten als inspiriend verstanden habe. Es ist eine Herausforderung, Sontag s Fragen in meinen Fotografien zu beantworten.